Verarscht Du mich?

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Wirklich nervig und unnötig sind Situationen in denen man sich wirklich veräppelt fühlt. Davon gibt es ja im Leben mehr als genug aber einige wenige davon sind auch unbewusst. Das weiß aus der Situation heraus selbst Gast zu sein. Das ist das Gute daran, beide Seiten zu kennen. Bei Manchen allerdings habe ich das Gefühl, dass es reine Böswilligkeit ist. Eine Situation in der es unbewusst passiert ist Beispielsweise diese:

Ich komme an den Tisch und bringe den Gästen das Bestellte, dieselbe Person oder jemand anders, an diesem Tisch, hat etwas vergessen zu bestellen. Die Person entschuldigt sich in der Regel einen jetzt sofort nochmal losschicken zu müssen. Man merkt schon ob es beabsichtigt ist. Je charmanter ich gebeten werde, desto weniger ist es ein Problem für mich.

Es gibt aber auch Menschen, die einen nonstop hin und her scheuchen als seien sie die einzigen Gäste. In diesen Momenten ist es dann schwierig noch freundlich zu bleiben. Vor allem bei denjenigen die, weil man zwischendurch mal zwei Minuten an einem anderen Tisch zu tun hat, dann die Kollegen ran winken und doppelt bestellen. Das ist immer wirklich super, wenn dann zwei Kellner am Tisch stehen.

Einige Situationen möchte ich Euch näher bringen, die Entscheidung ob beabsichtigt oder nicht überlasse ich Euch…! ;-)

Am Verkaufstresen in einem Selbstbedienungsrestaurants. Eine Familie kommt zu mir und alle bestellen einzeln:

Ich: „Hallo, was darf es denn sein?“

Tochter: „Ich hätte gerne eine Bionade Holunder!“

Ich bückte mich zur Schublade und gab ihr die Bionade und wandte mich an das nächste Familienmitglied.

Ich: „Und was darf es bei Ihnen sein?“

Mutter: „Ich hätte auch gerne eine Bionade!“

Ich (bevor ich nochmal die Schublade aufmachte) :  „Kommt da noch eine Bionade dazu?“

Mutter (mit erstaunlich scharfem Unterton): „Insgesamt zwei, eine für meine Tochter und die andere für mich.“

Ich bückte mich also ein zweites Mal, gab der Mutter die Bionade und wandte mich an den nächsten in der Reihe.

Ich: „Kommt da noch etwas dazu?“

Sohn: „Eine Bionade Ingwer Orange!“

So habe ich mich also 3x zu selben Schublade gebückt, obwohl einmal auch gereicht hätte.

Eine solche Situation ist leider keine Ausnahme, in der gehobenen Gastronomie passiert so etwas allerdings seltener.  Also je ramschiger die Location, desto wahrscheinlicher sind solche Situationen.

Ähnliches geschieht auch dann, wenn Menschen so dominant sind, dass sie für Andere Sprechen.

Gast: „Entschuldigung, ich hätte gerne einen Kaffee.“

Ich: „Kommt da noch ein Kaffee dazu?“

Gäste (fast einstimmig): „Nein!“

Ich: „Ok, was kommt noch dazu?“

anderer Gast: „Einen Kaffee bitte!“

Die übelste Situation, dieser Sorte, habe ich allerdings bisher in dem Tanzlokal, in dem ich Anfing zu Kellnern, erlebt. Dort hatte ich immer einen Tisch mit vielen Russen. Die haben sich oft so daneben benommen, dass das allein Stoff für eine Brockhaus Reihe bieten würde.

Eines Tages haben Sie so wild gefeiert, dass die Biere im 10 Minuten Takt umkippten. Jedes Mal wenn ich alles sauber hatte und das neue Bier brachte, war das nächste kaputt. Das habe ich, ca. 5x mitgemacht, bis ich die Schnauze voll hatte und mich ohne es sauber zu machen vom Tisch entfernte um mich auch mal um meine anderen Gäste kümmern zu können. Einer von Ihnen kam zu mir um mir zu sagen, dass ein Bier umgekippt wäre und ich es vergessen habe sauber zu machen. Ich lächelte ihn an und sagte: „Sorry, da hab ich jetzt keine Zeit für.“ Er wurde sauer und fing an wild zu gestikulieren um mit mir zu diskutieren. Ich sagte ihm dass ich es schon 5x gesäubert hatte und nun einfach mal Schluss ist.

Er dachte wohl bei sich, wenn er nun zu meiner Chefin, ginge um sich über die böse Kellnerin zu beschweren, würde er seinen Willen schon bekommen. Also machte er sich auf, um nach meiner Vorgesetzten zu suchen. Selbstverständlich, kam sie direkt danach zu mir um mich zu fragen warum ich mich weigere, dort die Scherben und das Bier wegzumachen. Ich erklärte ihr, die Situation und alles war gut. Sie sagte, ich müsse das nicht mit mir machen lassen.  Zum Glück, war meine Chefin auch der Meinung, dass es zu teuer wäre eine Servicekraft für einen einzigen Tisch abzustellen.