So vergrault man Gäste effektiv!

In einem damals neuen angesagten Restaurant/Bistro/Kuriositätenladen in der Hafencity,  in dem ich gearbeitet habe, gab es auch einige ungelernte Kollegen. So was macht sich aber nur bei denjenigen bemerkbar, die sich ein bisschen dümmlich anstellen. Das ist leider meiner Meinung nach bei ca. 70% aller ungelernten Aushilfen der Fall. So kam es zu dieser Unterhaltung zwischen meinem Kollegen und einem Gast:

Kollege: „Hallo, was darf ich Ihnen bringen?“

Gast: „Ich hätte gerne den Apfelkuchen!“

Kollege: „Den kann ich Ihnen leider nicht bringen. Der ist noch gefroren!“

Wäre mein Kollege nur 10% smarter gewesen hätte er geantwortet:

„Tut mir leid, aber der ist leider noch nicht fertig!“ Das wäre weder gelogen, noch hätte er damit betriebsinternes Preisgegeben.

Und wie das Schicksal so spielt, ist die Geschichte damit noch nicht zu Ende, denn genau dieser Gast war ein Restauranttester. So konnten wir diese Story zwei Tage später in der Zeitung nachlesen! Das hat nicht gerade dazu beigetragen, dass unsere Chefs mit seiner Arbeit zufriedener waren, wie man sich vielleicht vorstellen kann.

An einem anderen Nachmittag in demselben Restaurant:

Es war ziemlich viel los und wir rannten alle von A nach B und wieder zurück, um den Ansturm zur Kaffeezeit schnellstmöglich zu bewältigen. Deshalb hatte auch kaum jemand von uns besonders viel Zeit.

Damals gab es dort noch keine Runner, die sich ausschließlich darum kümmern, die Speisen und Getränke raus zu bringen. Deshalb mussten dies damals auch die Mitarbeiter am Getränkebuffet mit übernehmen.

Ich ging an einen meiner Tische um abzuräumen, weil ich sah, dass die Teller leer waren. Die beiden Damen hatten einen Salat und die Herren hatten jeder ein Stück Kuchen bei mir bestellt.  Abgeräumt habe ich nur einen Kuchenteller, eine Kuchengabel und zwei Salatschalen! Ich fragte die Herren, ob denn nur ein Stück Kuchen den Tisch erreicht hätte. Beide verneinten und schilderten mir folgendes.

Meine Kollegin hatte beide Kuchenstücke auf einen Teller gelegt und eine Gabel dazu gebracht. Sie fragten dann, ob Sie denn noch eine zweite Gabel bekämen, doch angekommen war nie etwas an dem Tisch! Deshalb hat sich einer der Zwei mit einem Teelöffel beholfen. Ich war wirklich geschockt darüber und hab gefragt, ob ich das wiedergutmachen könne. Sie waren glücklicherweise nicht böse, nur irritiert! Und ich konnte die Situation retten. Meine Kollegin habe ich natürlich zur Rede gestellt, wie Sie auf die Idee kommt zwei Stücke Kuchen auf einen Teller zu legen. Zumal der Tisch in Sichtweite des Tresens stand und Ihr noch nicht einmal beim Servieren auffiel, dass einer von vier Personen nichts bekam, ein anderer dafür aber doppelt. Erklären konnte Sie es leider nicht… Und mir wird diese Logik wohl auch bis in alle Ewigkeit schleierhaft sein!